Kościół WANG
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen. Kollosser 3,23  
 
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825-jähriges Jubiläum der Kirche Wang
05.08.2001 r. Karpacz

Begrüßung

Pfarrer Edwin Pech

Liebe Schwestern und Brüder in Jesus Christus!

Die Bergkirche Unseres Erlösers - Wang” - so lautet der völlige Name der Holzkirche, deren Geburtstag wir heute feiern.

Es sind schon 825 Jahre vergangen, seitdem sie in Vang in Norwegen erbaut worden ist. Obwohl das genaue Datum der Kirchenentstehung nicht bekannt ist, wollen wir heute feiern und Gott für die Bewahrung dieses Gotteshauses danken.

Wir haben zum diesjährigen Jubiläum viele Gäste eingeladen. Das sind Personen, Pfarrgemeinden und Einrichtungen, mit denen unsere Pfarrgemeinde und die Evangelisch- Augsburgische Kirche verbunden sind.

Ihr wart mit uns in verschiedenen, nicht nur einmal schwierigen Zeiten und habt uns gute Worte und Freundschaft mitgebracht, aber auch konkrete materielle Hilfe, so dass wir die Kirche Wang in gutem Zustand erhalten und würdig Gottes Wort predigen können.

Ich begrüße den Bischof der Evangelisch- Augsburgischen Kirche in Polen, Janusz Jagucki. Unserem Bischof danke ich schon jetzt für seine Predigt. Ich begrüße den Bischof der Breslauer Diözese unserer Kirche, Ryszard Bogusz, und die Geistlichen unserer Diözese.

Aus Görlitz ist zu uns der Bischof der Evangelischen Kirche der Schlesischen Oberlausitz, Klaus Wollenweber, gekommen. Ich begrüße Herrn Andreas Böer, den Vorsitzenden der Synode und zugleich Bürgermeister von Reichenbach, der Partnerstadt von Karpacz, und Pfarrer Christoph Wiesener, den Vorsitzenden der Diakonie der Evangelischen Kirche der Schlesischen Oberlausitz. In Hahnenklee - Bockswiese, im Harz, steht seit über 90 Jahren eine Holzkirche, nach norwegischem Vorbild erbaut. Von dort ist eine Delegation unserer Partnergemeinde gekommen. In Veldhausen ist die Pfarrgemeinde der Altreformierten Kirche aktiv tätig. Unsere Chorgruppe „Wang” wurde von Euch in diesem Jahr herzlich empfangen. Während der Feiertage habt Ihr nie unsere jüngsten und ältesten Gemeindeglieder vergessen.

In Paderborn - Elsen steht eine Kirche, deren Altar, Kreuz, Kanzel und Taufbecken von unserem Gemeindeglied, Herrn Ryszard Zając, geschafen wurden. Pfarrer Jürgen Pensky ist seit vielen Jahren einer, der gern Gäste aus Polen einlädt.

Aus Siegen ist Herr Siegfried Kretzer gekommen, der eine große Gruppe von Freunden vertritt, die dort unsere Gemeinde besitzt.

Die Gräfin Friederike von Reden war im Riesengebirge dank ihrer caritativen Arbeit bekannt. Uns steht sie besonders nahe, weil sie den König Friederich Wilhelm IV. dazu überredet hat, die Kirche Wang nach Karpacz „umzusiedeln“. Wir möchten dieses Missions- und Diakoniewerk fortsetzen.

Mit der Hilfe des bewährten Pfarrers Grzegorz Giemza aus dem Missions- und Evangelisationszentrum in Dzięgielów und seiner Mitarbeiter veranstalten wir die folgende Woche der Christlichen Kultur. Für unsere diakonische Arbeit hat uns ein sehr hilfsbereiter Mensch aus Emmerthal, Herr Helmuth Spieler, eine riesige Unterstützung geleistet. Dank seiner Hilfe kann unsere Pfarrgemeinde seit Oktober eine unentgeltliche Ausleihstelle der Rehabilitationsgeräte führen.

Nach dem Gottesdienst gehen wir zu dem Alten Pfarrhaus, um die Sozialstation zu eröffnen.

Dieser Punkt des heutigen Festes würde im Programm nicht stehen, wenn wir keine Hilfe von der Schlesischen Genossenschaft des Johanniter-Ordens bekommen hätten. Dank des Engagements vom Herrn Tilo von Thadden konnten wir finanzielle Mittel vom deutschen Innenministerium für den Einkauf eines Wagens und der Stationsausrüstung erhalten. Die nächste Etappe der Zusammenarbeit unserer Diakonie mit den Johannitern ist der Aufbau und die Ausrüstung einer Sozial- und Rettungsstation. Dieses Projekt wird vom Herrn Knut Randau aus Dresden und der Genossenschaft Johanniter - Unfall - Hilfe inspiriert und vorbereitet.

Ich begrüße die Vertreter des Vorstandes der JUH aus Sachsen und Herrn Paul Roth, die für die Hilfe für Schlesien im Namen des Johanniter Orden verantwortlich ist.

Herzlich willkommen geheißen werden bei uns der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Herr Dr. Peter Ohr, und der Charge d'affaires der Botschaft des Königreiches Norwegens, Herr Asbjørn Brandsrud, der sich für die Beziehungen der Botschaft zu unserer Pfarrgemeinde interessiert und bei der Organisation der Ausstellung im Museum für Sport und Touristik in Karpacz geholfen hat.

Auf der anderen Seite der Schneekoppe, in Vrchlabi, befindet sich unsere Evangelische Partnergemeinde der Böhmischen Brüder. Pfarrer Jaromír Strádal ist heute zu uns mit einer Gruppe seiner Gemeindegliedern gekommen.

Pfarrer Wolf-Dietrich Talkenberger ist Vertreter der Urlaubsseelsorger, die vom Mai bis zum September in der Kirche Wang Gottesdienst für deutschsprachige Touristen halten. Ich begrüße auch den Pfarrer Jan Kozieł, den jahrelangen Pfarrer unserer Pfarrgemeinde. In Karpacz gibt es gute ökumenische Beziehungen. Sie sind Verdienst des Domherrn Zenon Stoń, Pfarrers der Römisch-Katholischen Pfarrgemeinde in Karpacz. In unserer Stadt sind auch der ökumenische Chor unter Leitung vom Herrn Andrzej Ejsymont und die Chorgruppe „Wang“, von Herrn Ryszard Zając geführt, tätig. Der Chor aus der Evangelischen Pfarrgemeinde in Wisła Centrum, geführt von der Frau Maria Śliż, vertritt eines der größten evangelischen Gebiete in unserer Kirche und ist ein sichtbares Zeichen guter Zusammenarbeit mit der Diaspora.

Ich begrüße den Vertreter des Niederschlesischen Woiwoden, Herrn Józef Król, den Landrat von Jelenia Góra, Herrn Ryszard Brol, und die Bürgermeisterin von Karpacz, Frau Elżbieta Sadlak, die ihre Pflichten erst seit kurzem ausübt, aber schon unsere Anerkennung verdient.

Unser Fest wäre nicht so erhebend, wenn wir keine so weitgereisten Gäste hätten, zu denen vor allem Carl Philip Weiser, der Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde in Vang in Norwegen gehört. Aus dem Ort, woher unsere Kirche stammt, sind zu uns über 60 Personen gekommen. Es sind unter ihnen der Bürgermeister von Vang, Herr Knut Haalien, der Bischof von Valdres, Georg Espolin Johnson, und die Kuratorin der Pfarrgemeinde Vang, Frau Tone Steile.

Ich begrüße auch die Ehepartner der genannten Personen und alle, die zu unserem Fest gekommen sind, um Gott für seine Gnade und Liebe zu loben.

Ich danke meinen Gemeindegliedern und allen Personen, die unserer Pfarrgemeinde nicht angehören und bei der Organisation des Jubiläum geholfen haben.

Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre, um deiner Gnade und Treue willen. Halleluja!” Ps 115,1

Es segne uns unser Erlöser Jesus Christus!

Kazanie - Predigt
Ks. Bp Janusz Jagucki

Leitender Bischof der Evang.-Augsb. Kirche in Polen

Der Friede und die Gnade Gottes und unseres Herrn Jesus Christus seien mit euch!

Der Predigttext, den ich für den heutigen Tag ausgewählt habe, steht geschrieben im 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther im sechsten Kapitel, Vers 16:

Gott spricht: „Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.”

Geliebte im Herrn! Schwestern und Brüder in Christus!

Es gibt viele Gründe dafür, dass wir uns heute hier in Karpacz (Krummhübel am Fuß der Śnieżka) Schneekoppe in dieser schönen Gegend versammelt haben. Wir sind angelockt worden von der landschaftlichen Schönheit, von der Gelegenheit, lange nicht gesehene Freunde zu treffen, an vielen interessanten Veranstaltungen teilzunehmen und uns fern von der Großstadthektik zu entspannen.

Da es Sonntag ist, richten wir unser Augenmerk auf das Wort Gottes, auf das Wort des Lebens, denn als Christ kann man am Tag des Herrn nicht nur Erholung für den Leib, sondern auch für die Seele finden.

Es gibt aber noch einen wichtigen Grund - den achthundertfünfundzwanzigsten Jahrestag der Errichtung des wunderbaren Gotteshauses, in dessen Schatten wir jetzt weilen.

I. Rufen wir uns kurz die Geschichte dieses architektonischen Meisterwerks und historischen Denkmals in Erinnerung.

Die Kirche „Wang” wurde an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert in Südnorwegen, in dem Ort Vang am Vang-See erbaut - daher ihr Name. Als sie sich im 19. Jahrhundert als zu klein erwies und kostspielige Reparaturen nötig waren, beschloss man, sie zu verkaufen. Das wertvolle Denkmal der Vikingerkultur wurde vom preußischen Koenig Friedrich Wilhelm IV. erworben.

Die Stabkirche wurde auseinandergenommen und, in Kisten verpackt, 1841 per Schiff nach Stettin und weiter ins Königliche Museum in Berlin transportiert. Der Koenig ließ die Kirche aber nicht, wie anfänglich geplant, auf der Pfaueninsel aufstellen, man begann einen würdigen Platz zu suchen, an dem die Kirche ihre Bestimmung als Gotteshaus erfüllen könnte. Im Frühjahr 1842 wurde beschlossen, sie hierher zu bringen. Am 2. August 1842 legte Koenig Friedrich Wilhelm IV. eigenhändig den Grundstein, und zwei Jahre später, am 28. Juli 1844, wurde die Kirche feierlich eingeweiht.

II. Wenn wir heute dieses herrliche sakrale Bauwerk betrachten, drängt sich uns der Gedanke über die Bedeutung der Kirche überhaupt auf - nicht nur als Ort kirchlicher Handlungen, der Verkündigung von Gottes Wort und der Austeilung der Sakramente, sondern auch als Gemeinschaft von Gläubigen, die von Ihm zusammengeführt wurden, die Er zu sich gerufen hat: „Sie sollen mein Volk sein.”

Wir bewundern die künstlerische Gestaltung der Stabkirche „Wang”, das barocke Taufbecken, den herrlichen Holzaltar und die meisterhaften Schnitzerein im Bewusstsein, dass dies ein Haus Gottes ist, ein Symbol Gottes unter den Menschen, ein heiliger Ort, der geschaffen wurde zu Seinem Lob, denn er hat versprochen: „Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein”

III. Wir danken Gott für diesen Ort, denn wenn es ihn nicht gäbe, wären wir um ein wertvolles Geschenk seiner Gnade ärmer. Zugleich versuchen wir zu verstehen, was Gott heute von Seinem Volk erwartet - an der Schwelle des dritten Jahrtausends der Christenheit. Wie soll unser Zeugnis vor der Welt aussehen, wie sollen wir uns verhalten? Was soll uns kennzeichnen, wodurch sollen wir uns von anderen unterscheiden, wie sollen wir unsere Identität hervorheben?

Ich sehe es als Zeichen der Zeit, dass der Jahrestag der Errichtung dieser Kirche mit der Woche der Christlichen Kultur zusammenfällt. Wir zeigen der Welt damit, dass wir eine lebendige Kirche des Herrn sein wollen; eine Kirche, die dem Nächsten nahesteht, die den Menschen und seine Alltagsprobleme in Beruf und Freizeit versteht - in allem, was den Begriff Kultur beinhaltet.

Die Kirche will heute noch ein weiteres Zeichen ihrer Identität setzen. Im Anschluss an diesen Gottesdienst wird die Sozialstation der Diakonie der Kirchengemeinde „Wang” und des Johanniterordens im Haus nebenan eröffnet. So zeigen wir, dass wir als Schülerinnen und Schüler Jesu Christi gewillt sind, den Willen unseres Herrn zu erfüllen und zu dienen, wie auch Er gedient hat.

An dieser Stelle möchte ich als Leitender Bischof der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen unseren Partnern in und außerhalb Polens - in Deutschland, Norwegen und Tschechien - Dank sagen für ihre treue Begleitung auf unserem Weg, so dass Werke vollbracht werden können, deren Verwirklichung durch einen einzelnen unmöglich wäre. Ich begrüße unter den Anwesenden offizielle hohe Vertreter des Koenigreichs Norwegen und der Bundesrepublik Deutschland und danke für ihr Kommen. Ich begrüße unseren Freund Bischof Klaus Wollenweber von der Evangelischen Kirche der Schlesischen Oberlausitz. Ich begrüße die Mitglieder der Kirchgemeinde Vang in Norwegen und der Partnergemeinden in Tschechien und Deutschland. Ich begrüße alle Anwesenden aus nah und fern.

In solchen Feierlichkeiten wie heute bewahrheitet sich die biblische Definition des Volkes Gottes als „Gottes Tempel”, als Wohnort der lebendigen Einheit von Geist, Idee und Ziel des Dienstes.

IV. Schwestern und Brüder in Christus!

Die evangelische Kirchgemeinde „Wang” in Karpacz und die hiesigen Evangelischen möchten auch in Zukunft mit Hilfe des persönlichen Engagements des Ortspfarrers Edwin Pech zu Besinnung und Begegnung, Gedankenaustausch, Annäherung, Verständigung und Versöhnung zwischen Konfessionen und Nationen einladen. Vieles ist in dieser Hinsicht schon getan, vieles haben wir noch vor uns. Eine Herausforderung ist die Aufnahme von Polen und Tschechien in die Europäische Union und die damit verbundenen Aufgaben der Kirche. Wir hoffen, dass wir gemeinsam und mit Gottes Hilfe auch diese Prüfung der Partnerschaft und des Dienstes bestehen.

Halten wir auch weiterhin zusammen, teilen wir untereinander, das wir haben, danken wir für alles, was wir schon erhalten haben, beten wir gemeinsam und vertrauen wir darauf, dass unsere Gemeinschaft der Wille Gottes ist und dass wir das biblische Gebot des Glaubens, der sich in der Liebe verwirklicht, erfüllen.

V. Die vor 825 Jahren errichtete Kirche „Wang” ist ein wunderbares Symbol für die Erwartungen, die der Herr der Kirche Jesus Christus in jene setzt - die „der Tempel des lebendigen Gottes” sind, in denen Gott in seiner Gnade wohnen will, unter denen er wandeln will, wie wir im heutigen Predigttext lesen. Diese Kirche sagt uns: „Seht, einst habe ich an den Fjorden Norwegens gestanden, dann hat mich der Herr der Kirche erst in die Großstadt Berlin und dann hierher ins Riesengebirge versetzt. Viele Sprachen habe ich gehört, immer bin ich bereit, offen, einladend, denn das ist meine Berufung - zu dienen, Zeugnis abzulegen, Ort für Verkündigung und Begegnung zwischen Gott und dem Menschen, zwischen den Menschen untereinander zu sein.” Die Kirche „Wang” kann uns viel lehren.

Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes, gesegnet durch den heiligen Geist in Jesus Christus, der auferstanden ist und lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.


Grussworte

Warszawa, den 5 August 2001-08-04
Ministerpräsident der Republik Polen
Jerzy Buzek

Eure Exzellenz Pfarrer Bischof, hochwürdiger Pfarrer, sehr geehrte Herrschaften,

ich möchte mich herzlich für die Einladung zu dem 825-jährigen Jubiläum der Kirche Wang in Karpacz bedanken.

Das hölzerne Gotteshaus, malerisch mitten in der rauhen Berglandschaft gelegen, bildet eine wahre Verzierung des Riesengebirges. Diese über 800 Jahre alte Kirche ist nach Karpacz dank der Bemühungen der Gräfin Friederike von Reden gekommen. Die Kirche hat einen langen Weg durchwandert, aus Norwegen durch Stettin und das Königliche Museum in Berlin, um seit 1844, als sie rekonsekriert wurde, der mir so nahen lutherischen Gemeinschaft am Füße des Riesengebirges dienen zu können.

Dieser Tempel ist ein wertvolles Beispiel für die skandinavische sakrale Holzbaukunst und das nordische Kunsthandwerk.

Eure kleine Pfarrgemeinde ist ein Beispiel der lebendigen Gemeinschaft. Die Inhalte des Evangeliums werden von Euch nicht nur mit dem Wort vertreten. Sie werden von Euch in der Organisation des Pfarrlebens und in der gemeinsamen Fürsorge für diesen Tempel zum Ausdruck gebracht. Dieses Gotteshaus ist ein sichtbares Zeichen Eurer Arbeit und Eures Gebets.

Das diesjährige Jubiläum begleitet die XI. Woche der Christlichen Kultur - zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, die nicht nur Glieder dieser Pfarrgemeinde, sondern auch Einwohner von Karpacz und Umgebung sowie Touristen versammeln. Indem Ihr die Gelegenheit für Kulturaustausch zwischen Polen, Norwegen, Deutschland und Tschechien geschaffen habt, machtet ihr Karpacz zu einem wahren Zentrum, in dem sich die Routen verschiedener Kulturen und Religionen kreuzen. Dieser Ort macht uns heute darauf aufmerksam, dass diese Kulturen sich nahe stehen, weil sie aus demselben christlichen Stamm kommen.

Ich danke dem Kirchenvorstand für die Einladung zum heutigen Festgotte sdienst. Ich danke für die herzliche Gastfreundschaft, die alle hierher kommenden Gäste erleben. Heute eröffnet Ihr die Sozialstation im Pfarrhaus. Das ist das nächste sichtbare Zeichen der Fürsorge dieser Pfarrgemeinde für die Einwohner der Stadt Karpacz und Touristen. Das ist auch eine gesegnete Gabe von der Schlesischen Genossenschaft des Johanniterordens für Einwohner von Niederschlesien. Eine so fruchtbare Zusammenarbeit mit den Johannitern, die seit dem XIII. Jahrhundert dem Christentum dienen, indem sie für Bedürftige sorgen und ihnen helfen, ist ein riesiger Grund zur Freude. Das Handeln des barmherzigen Samariters soll ein Zeugnis Eures Glaubens und ein Beispiel der Verwirklichung des Evangeliums im alltäglichen Leben sein.

Als ein Gläubiger der evangelisch - Augsburgischen Kirche, als der Ministerpräsident der polnischen Regierung und darüber hinaus als ein Tourist, der das Riesengebirge vielmals besuchte, wünsche ich allen Gläubigen der Pfarrgemeinde Wang Gottes Gnade, Unermüdlichkeit in der Arbeit und im Gebet sowie Frieden und Erfolg im gemeinsamen und privaten Leben.

Gott zum Gruß!

Pfarrer Carl Philip Weisser
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Vang, Norwegen

Liebe Gemeinde in Wang - und alle aus Polen und Norwegen und woher wir nun kommen!

Wir sind alle hier versammelt, um gemeinsam diese Kirche, die hoch im Gebirge, 885 m über dem Meerspiegel, liegt, zu feiern.

Einmal nahm Jesus drei Jünger mit sich und führte sie auf einen hohen Berg. (Mat. 17, 1-9.) Auf einmal sahen sie Mose und Elija bei Jesus stehen und mit ihm reden. Da sagte Petrus zu Jesus: „Wie gut, dass wir hier sind, Herr. Wenn du willst, schlage ich hier drei Zelte auf, eins für dich, eins für Mose und eins für Elija." Während er noch redete, erschien eine leuchtende Wolke über ihnen, und eine Stimme aus der Wolke sagte: „Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe, ihn habe ich erwählt. Auf ihn sollt ihr hören!" Als die Jünger diese Worte hörten, warfen sie sich voller Angst zu Boden. Aber Jesus trat zu ihnen, berührte sie und sagte: „Steht auf, habt keine Angst!" Als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.

Damals war die Zeit für Hausbau noch nicht gekommen. Die Person, die da war, als sie hochschauten, sollte nicht in ein Haus eingesperrt werden. Man sollte zuhören und ihm folgen, weil er das Wort Gottes für die Welt brachte - und selbst war. Und nach seinem Tod und seiner Auferstehung sollten sie hinausgehen und die gute Nachricht - das Evangelium für die ganze Welt- bringen. Dann kam die Zeit für Hausbau, Kirchen, die Jesus nicht einsperren sollten, sie sollten aber Türe sein, zu dem Teil des Daseins, das nicht in Maß und Gewicht verwandelt werden kann. Es kann auch nicht in ökonomischen Berechnungen verändert werden, ist aber trotzdem reichlich anwesend: Gott der Schöpfer aller Dinge, Jesus, der Retter der Welt, und der Heiland, der Erlöser, Gott anwesend in unseren Leben.

Mit diesem Ziel wurde die Kirche in Vang vor 825 Jahren gebaut. Wenn wir heute das Jubiläum feiern, ist es nicht nur das Haus, sondern auch die Funktion des Hauses, die wir feiern. Dieses Gebäude will uns helfen, unseren Meister zu sehen und zu hören. Hier haben Menschen Gott getroffen und werden Ihn in der Zukunft treffen.

825 Jahre sind eine lange Zeit. Vieles ist mit dem Gebäude geschehen. Die Kirche ist verändert und ist umgesetzt worden. Die ganze Zeit aber hat sie dasselbe Ziel gehabt, auf Gott und seinen Sohn Jesus Christus zu zeigen. Hier haben Menschen einen Rahmen und einen Zusammenhang für ihr Leben gefunden. Diese Kirche soll fortwährend die ewigen Werte zu den Menschen bringen, so wie wir auch wünschen, dass unsere Kirchen in Vang das tun sollen.

Wir freuen uns, dieses Jubiläum gemeinsam als Brüder und Schwestern zu feiern. Wir erleben eine Gemeinschaft quer über die vielen Grenzen, die uns trennen. Die Gemeinschaft, in der wir zusammengehören, ist nicht auf die Einfälle der Menschen gebaut, sondern auf dem Essentiellen: Einige sahen und einige sehen Jesus und nur Ihn.

Ihm ist die Ehre jetzt und in alle Ewigkeit!

Viel Glück zum 825-jährigen Jubiläum für Vang Stabkirche - Kirche Wang. Wir freuen uns gemeinsam, hier in diesem historischen Zusammenhang zu sein. Er verbindet uns mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.

Klaus Wollenweber, Bischof
Grußwort im Festgottesdienst am 05.08.2001

Kirche Wang im Licht der großen Ereignisse.

Kirche Wang im Riesengebirge - ein Lichtblick für junge und alte Menschen.

Kirche Wang - ein Zeugnis der Geschichte des Lichtes Christi von Norwegen bis zur Schneekoppe.

„Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Gute und Gerechtigkeit und Wahrheit” (Eph.5, 8.9.). Mit diesem Wochen­spruch gruf3e ich als Partnerbischof aus der schlesischen Oberlau­sitz alle Schwestern und Bruder, die aus der Nahe und Ferne zu diesem Fest nach Karpacz gekommen Bind. 825 Jahre steht diese Kirche schon den Kindern des Lichtes zur Verfugung, viele Jahre in Norwegen, im Ort Wang, und seit 157 Jahren hier am Fuf3 der Schnee­koppe. Spannend ist die Geschichte des Weges dieser norwegischen Stabkirche, aber für mich ist noch wichtiger die Tatsache: Unzählige Menschen aus allen Ländern haben in dieser Kirche Wang Gottes Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit gesucht und gefunden.

Die Saulen und Türpfosten, die Wände und Decken, könnten von den Tranen der Freude und den Tranen der Trauer vieler Menschen erzah­len. Die ganze Weite des menschlichen Lebens ist in diesem Raum ausgebreitet worden. Kinder und Erwachsene erlebten hier am Altar ihre Taufe und Konfirmation, Christen haben bei Trauungen das Ja-Wort zueinander gesagt, bei Jubiläen und bei den sonntäglichen Gottesdiensten ist das Lob Gottes gesungen und gepriesen worden, und nicht zuletzt wurde in den Trauergottesdiensten die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi singend, betend und predi­gend verkündet, - seit vielen Jahrzehnten und seit über acht Jahr­hunderten!

Wir Christen aus der schlesischen Oberlausitz hoffen, daß wir hier in der Kirche Wang weiterhin das Licht Gottes entdecken können: Gottes Gute und Gerechtigkeit und Wahrheit. Dazu wünschen wir den Segen und Frieden Gottes, der höher ist als unsere Vernunft. Gott segne alle, die hier ein- und ausgehen; der Friede des Herrn sei mit uns. Amen.

Pfr. Mgr Jaromír Strádal, Vrchlabí,
Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder, Tschechien

Liebe Schwestern und Brüder, Geehrte Gäste!

Ich möchte Sie alle begrüßen im Namen der Partnergemeinde von Tschechien, der Gemeinde der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Vrchlabí.

Wir haben schon fast zehn Jahren sehr gute und freundliche Kontakte mit der Gemeinde Wang hier in Karpacz und regelmäßig besuchen wir uns einander - mindestens einmal im Jahr, damit wir auch einen Gottesdienst zusammen feiern. In der Regel war dies das sogenannte ERNTEDANKFEST, das wir entweder hier in Karpacz oder auf der andere Seite des Riesengebirges zusammengefeiert haben. Letztes Mal im Oktober 2000 haben wir bei uns in Vrchlabí das100 - jährige unserer Kirche gefeiert. Wie damals, auch heute verstehe ich das als eine gute Gelegenheit unserem himmlischen Vater zu danken - und besonders für alle gute Gaben, die wir von Ihm bekommen haben - hauptsächlich im geistlichen Sinn. Auch heute möchte ich zusammen mit Ihnen allen unserem Gott danken und ihn preisen. Am besten mit Worten, die Sie meistens sehr gut kennen - aus der Bibel.

Es ist keine Überraschung hier in Karpacz, sowie bei uns auf der anderen Seite des Riesengebirges, wenn man erinnert an Psalm 121. „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen... Woher kommt mir Hilfe?”

Für Gottes Hilfe will ich jetzt mit Ihnen danken, und das will ich gleichzeitig Ihnen allen wünschen, dass Sie diese Quelle des Segnens immer vor Augen haben und darum immer bekennen können: „ Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.”

Dieser Psalm ist ein WALLFAHRTSLIED.

Die Kirche Wang ist eigentlich schon seit Jahrzehnten ein Wallfahrtsort. Viele kommen - und das ist die Frage jetzt: warum eigentlich kommen die Leute hierher? Mein Dank und gleichzeitig mein Wunsch für diese Kirche Wang und besonders für die christliche Gemeinde, die hier lebt und dient, ist, dass alle Wanderer, alle Besucher hier in der Kirche Wang etwas davon, was der Psalmist in seinem Psalm bekennt, bekommen, begreifen und fröhlich annehmen können und dass Sie alle sich dann an die Kirche Wang erinnern können als an einen Ort, wo Sie mit Gott, mit Seiner Macht und Seiner Liebe zusammentreffen durften.

Dazu gebe unser Herr Ihnen allen die Gaben Seines Heiligen Geistes.

Lasst uns den Psalm 121 in allen Muttersprachen zusammen beten. Ich mache das also auf tschechisch.

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten las­sen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht ste­che noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.”

Amen.

Ks. Prob. Zenon Stoń
Römisch-katholische Gemeinde, Karpacz

Es ist mir sehr angenehm, und ich erachte es als eine Ehre, den evangelisch - augsburgischen Gemeindegliedern und deren Pfarrer Edwin Pech ein herzliches Grußwort und beste Wünsche zum 825 Jubiläum der Kirche Wang von mir selbst und von der ganzen Pfarrgemeinschaft der römisch - katholischen Kirche in Karpacz aussprechen können. Ich tue es in der Atmosphäre der Achtung und Freundlichkeit, denn gerade diese Atmosphäre ist für die Beziehungen zwischen unseren zwei christlichen Gemeinschaften charakteristisch.

Vor 825 Jahren erbauten an dem See Vang in Norwegen die dortigen Gläubigen eine Kirche. Die Zeit, die niemanden und nichts schont, bedrohte nach einigen Jahrhunderten die Existenz dieser Kirche. Die Kirche wurde damals von den Deutschen gerettet und im XIX. Jahrhundert an einem anderen Ort, in Karpacz, wiederaufgebaut. Die Kirche erhielt den Namen: Bergkirche unseres Erlösers. Seit 54 Jahren sorgen die Polen für die Kirche und verehren hier den Dreifaltigen Gott.

Die Geschichte der Kirche Wang, die von drei Nationalitäten gestaltet wurde, ist ein Zeichen der fundamentalen Wahrheit, dass die Glaubensgüte und Kulturgüte immer die Menschengüte bedeutet. Die Pflicht des Menschen ist, jede Güte zu beachten und zu hüten, ohne zu berücksichtigen, von wem und wann sie in die Welt hineingebracht wurde. Diese Wahrheit soll man heutzutage besonders hervorheben, während sich das europäische Festland darum bemüht, Nationalitäten und Kulturen zu vereinigen, bei Beachtung ihrer Identität und gleichzeitig mit der Hoffnung auf die gegenseitige Öffnung aufeinander zu.

Die Kirche Wang steht am meistbegangenen Touristenweg auf den höchsten Gipfel des Riesengebirges - die Schneekoppe. In dieser Tatsache ist eine Symbolik zu sehen, die am besten die Worte des heiligen Paulus aus dem Brief an die Kolosser wiedergeben: ...“„so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist”... (3, 1-2)

Diese göttliche Wahrheit, die den Menschen zu Würde und Wert erhebt, zu verwirklichen, dazu soll den Gläubigen der Pfarrgemeinde Wang ihr verehrungswerter und vom sacrum durchdrungener Tempel helfen. Alle, die diesen Tempel besuchen und voller edler Mühe die Schneekoppe erobern, soll die Gnade Christi begleiten und sie dazu führen, was göttlich und tief menschlich ist.

Bitte, nehmen Sie diese Wünsche zusammen mit meinem Gebet an, in dem ich unserem Gott alle empfehle, deren Schicksal im Zeitraum von 9 Jahrhunderten mit der Kirche Wang verbunden war und ist.

Asbjørn Brandsrud
Botschaft des Königreiches Norwegen, Warszawa

Sehr geehrte Gemeindemitglieder! Meine Damen und Herren!

Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bedanken für die freundliche Einladung, gemeinsam mit Ihnen und Gästen aus Polen, Deutschland, der Tschechischen Republik und Norwegen, das 825jährige Jubiläum der Wang-Kirche in Karpacz zu feiern.

Diese alte Kirche, die ursprünglich in Vang im traditionsreichem Valdres-Tal in Norwegen stand, wurde im 19. Jahrhundert in Schlesien wiederaufgebaut und hat als Gotteshaus für Norweger, Polen, Deutsche und andere Völkern gedient. Diese alte Kirche ist ein lebendiges Zeichen unserer gemeinsamen europäischen Kultur und Wertegrundlage. Alle, die sie seit dem „Umzug“ als ihr Gotteshaus benutzt haben, verdienen Anerkennung für den ausgezeichneten Zustand, in den sich die Wang-Kirche befindet.

Die einmalige Art und Weise des Baus gilt neben den Wikingerschiffen als bedeutendster Beitrag Norwegens zu europäischer Architekturgeschichte. Diese Baukunst zeigt gleichzeitig die engen Verbindungen, die es auch damals gab zwischen dem europäischen Festland und Norwegen.

Heute, wenn Zentral-Europa zusammenwächst, wo alte und künstliche Grenzen und Hindernisse für ein menschliches Zusammenleben wegfallen, steht hier ein Haus, das zu uns allen in einer Sprache redet, die wir - unabhängig von Unterschieden - ohne weiteres verstehen können.

In dieser Kirche wird das Wort Gottes verkündigt. Es wird Nächstenliebe und Versöhnung gepredigt. Ich betrete dieses Haus im vollen Respekt vor Geschichte und in dem Bewusstsein, dass wir einer Gemeinschaft angehören, in der Nationalität und Landesgrenzen nicht mehr eine ausschließende und ausgrenzende Funktion habe, sondern allein ein positiver Identitätsfaktor der Menschen geworden sind.

An diesem wunderbaren Tag - in schönen Riesengebirgen - wird gefeiert. Ich bedanke mich nochmals für die Einladung und wünsche der Gemeinde der Wang-Kirche und der Stadt Karpacz viel Erfolg für die Zukunft.


 
 
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